Aus einem Chaos von Krieg und Katastrophen entstand ein vereinigtes Europa. Heute genießen die Europäer Frieden, Wohlstand, Stärke und Freiheit.
Die Integration Europas ist aus mehreren Gründen bemerkenswert. Zunächst entsprang die Integration unmittelbar dem Wunsch, Krieg zu vermeiden. Die Versuche Napoleons und Hitlers, Europa gewaltsam zu vereinigen, endeten in einer Tragödie. Dies zeigt, daß eine gewaltsame oder durch Gewaltandrohung erzielte Vereinigung völlig unangemessen ist. Der richtige Weg zu Vereinigung ist der über friedliche Verhandlungen und gegenseitiges Vertrauen.
Zweitens, Integration muß mit dem Einverständnis der Bevölkerung vollzogen werden. Beim Prozeß der europäischen Vereinigung wurde die Teilnahme jedes Landes durch eine Abstimmung der Bevölkerung sorgfältig bewertet und gebilligt. Niemals wurde Zwang angewandt. Eine Annexion kann niemals einer wirklichen Vereinigung gleichkommen und hätte als solche echte Einigkeit zwischen den Nationen verhindert.
Drittens, Integration beginnt mit wirtschaftlicher Zusammenarbeit und dehnt sich allmählich auf andere Bereiche aus. Sobald eine solide wirtschaftliche Basis geschaffen wurde, können auch auf anderen Gebieten wie Recht, auswärtige Beziehungen, Verteidigung oder innere Angelegenheiten Fortschritte erzielt werden. Ohne sorgfältig durchdachte Pläne und entsprechende Abmachungen führt Integration zum Desaster, anstatt zum Wohlergehen des Landes beizutragen.
Viertens und letztens, Integration muß auf dem Prinzip der Gleichheit zwischen den einzelnen Ländern basieren. Im Prozeß der europäischen Integration haben alle Länder einander den gebührenden Respekt erwiesen. Die Ansichten der kleineren Staaten wurden geachtet, und die politisch einflußreichen Länder schüchterten die anderen nicht ein. Gleichheit und Respekt bildeten die Schlüsselelemente der erfolgreichen Integration.
Die Beziehungen zwischen Europa und Taiwan haben eine lange Geschichte. Bereits im Jahr 1544 entdeckten portugiesische Seefahrer Taiwan und nannten es Ilha Formosa oder „wunderbare Insel”. Im 17. Jahrhundert gründeten die Holländer und die Spanier Niederlassungen auf Taiwan. Nach dem Zweiten Weltkrieg stagnierten die Beziehungen zwischen Europa und der Republik China allerdings für längere Zeit.
In den 80er Jahren intensivierten sich die Handelsbeziehungen zwischen Europa und der Republik China; heute ist Europa nach den USA und Japan der drittgrößte Handelspartner Taiwans. Im Jahr
2000 erreichte der bilaterale Handel ein Volumen von 42,7 Mrd. US$; das entsprach einem Anteil von
14,8 % am Gesamtaußenhandel der Republik China. Taiwans Exporte nach Europa sind beständig gewachsen, und Taiwan ist derzeit nach den USA und Hongkong die drittgrößte Importquelle für Europa.
Bisher kam aufgrund von historischen und strategischen Faktoren sowie aus Gründen der nationalen Sicherheit den auswärtigen Beziehungen zu den USA und Japan größere Bedeutung zu. Die Republik China hat jedoch eine neue Strategie zur Förderung der Beziehungen zu Europa, insbesondere zu individuellen Parlamenten, politischen Parteien, Städten, akademischen und Forschungsinstituten sowie Menschenrechts- und anderen Nicht-Regierungsorganisationen begonnen.
Die Republik China beabsichtigt, baldmöglichst ein Vertretungsbüro für die EU zu eröffnen, um Angelegenheiten im Zusammenhang mit der EU zu regeln und die Präsenz in Europa zu verstärken. Die Europäische Union wird ihrerseits ein Vertretungsbüro in Taiwan einrichten, wie sie es zuvor bereits in über 100 Ländern getan hat. Das Fehlen einer derartigen Organisation entspricht auch nicht der Norm, denn Taiwan ist inzwischen der zehntgrößte Handelspartner der EU, und die Organisation kann den Interessen beider Seiten dienen.
 |
| Dotée
de l’une des économies les plus prospères d’Asie, la République de
Chine a développé ses relations internationales de façon à contribuer plus
largement à la vie de la communauté mondiale. (Photo: Yeh Ming-yuan) |
In der Vergangenheit hat die Unterstützung Europas Taiwans Zugang zur Welthandelsorganisation WTO erleichtert, wodurch sich Taiwan noch größere Märkte erschließen werden. Die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen Taiwan und Europa werden innerhalb der WTO-Strukturen noch weiter gestärkt werden. Die Republik China ist bereit, mit verschiedenen europäischen Ländern zusammenzuarbeiten, um ihre Verpflichtungen als Mitglied der internationalen Gemeinschaft zu erfüllen, und die starke Unterstützung durch die EU wird es Taiwan ermöglichen, sogar noch mehr für die Welt zu tun.
Seit seiner Gründung im Jahr 1988 hat der Europäische Rat für Wirtschaft und Handel (ECCT) in Taipeh wesentliche Beiträge zur Entwicklung der Handelsbeziehungen zwischen der Republik China und den europäischen Ländern geleistet. Das jährliche Positionspapier des ECCT ist für die Regierung der Republik China eine wichtige Referenz für den Entwurf ihrer Handelspolitik gegenüber Europa.
Seit 1995 sind jedes Jahr Vertreter des ECCT nach Brüssel gereist, um sich mit den Mitgliedern des Europäischen Parlaments und den für Handel und Diplomatie zuständigen Vertretern der Europäischen Kommission auszutauschen und über Möglichkeiten zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Europa und Taiwan zu sprechen. Außerdem hat der ECCT seine Unterstützung für Taiwans WTO-Beitritt ausgesprochen und an die Europäische Union appelliert, ein Vertretungsbüro in Taipeh zu eröffnen. Der ECCT wird weiterhin seine Anteilnahme und seine Unterstützung für Taiwan bekunden und Vorschläge und Ratschläge zur Stärkung dieser geschätzten Partnerschaft abgeben.