RETTUNGSAKTION

Hilfe an der humanitären Front

Taiwan beteiligte sich an den internationalen Anstrengungen, den Überlebenden des schwersten Erdbebens auf dem chinesischen Festland in über 30 Jahren zu helfen.

von Kelly HER
Fotos: Central News Agency

Mitarbeiter von Taiwans Rotkreuzgesellschaft und Vertreter der Stadtverwaltung Taipeh bei ihrer Ankunft in Chengdu. Das 22-köpfige Team beteiligte sich an den Rettungsarbeiten.


Es war ein tragisches Ereignis -- ein schweres Erdbeben mit einer Stärke von 8,0 auf der Richterskala suchte am 12. Mai die südwestchinesische Provinz Sichuan heim. Laut Zahlen des Informationsamtes des festlandchinesischen Staatsrates starben mindestens 69 226 Menschen, 374 000 wurden verletzt, 18 100 sind noch vermisst, und 15 Millionen Menschen wurden obdachlos. Die Erdstöße waren die tödlichsten auf dem chinesischen Festland seit Juli 1976, als ein Erdbeben in der nordchinesischen Stadt Tangshan (Provinz Hebei) über 242 000 Menschenleben forderte.

Nach der Katastrophe kamen viele herzbewegende Geschichten ans Licht und machten Menschen rund um den Erdball betroffen. Geschichten von Rettern, welche die Leichen von Eltern fanden, die in einem vergeblichen Versuch, das Leben ihrer Kinder zu retten, diese mit ihren eigenen Körpern abgeschirmt hatten, oder von Lehrern, die das Beben überlebten und ohne Hoffnung die Namen der Schüler riefen, die noch unter den Trümmern begraben lagen, oder von kleinen Kindern, die als einzige Mitglieder ihrer Familien mit dem Leben davonkamen. Gleichzeitig löste die Tragödie aber auch eine enorme Welle der Anteilnahme und des Mitgefühls in der ganzen Welt aus. Humanitäre Hilfe in mannigfaltiger Form wurde eilends in die Erdbebenzone transportiert -- Such- und Rettungsmannschaften, medizinische Güter, Materialhilfe und Bargeldspenden.

Unter all diesen Bemühungen übertrafen laut Medienberichten die Hilfsleistungen aus Taiwan die Beiträge aller anderen Länder. Wenige Tage nach den Erdstößen schlug die Regierung der Republik China ein Hilfspaket mit einem Umfang von 2 Milliarden NT$ (41,6 Millionen Euro) für Festlandchina vor, darunter sofort verfügbare 700 Millionen NT$ (14,58 Millionen Euro) in bar und 100 Millionen NT$ (2,08 Millionen Euro) als materielle Hilfslieferungen einschließlich 2000 Tonnen Reis. Die übrigen 1,2 Milliarden NT$ (25 Millionen Euro) sind für Wiederaufbauprojekte nach dem Erdbeben vorgesehen und sollen von Privatspenden finanziert werden.

Unterdessen wurde in Taiwans lokalen Fernsehprogrammen rund um die Uhr über die Katastrophe berichtet, und auf der ganzen Insel fanden Wohltätigkeitsveranstaltungen statt, die viele Bürger dazu bewegten, für die Hilfsbemühungen Geld zu spenden. Bei einer Fernseh-Spendenaktion am 18. Mai, gesponsert von den Fernsehanstalten CTV und CTI in Taipeh und der Rotkreuzgesellschaft, kamen beispielsweise 220 Millionen NT$ (4,58 Millionen Euro) für die Erdbebenopfer zusammen. Ma Ying-jeou, damals bereits zum Staatspräsidenten gewählt, aber noch nicht vereidigt, und seine Ehefrau Chou Mei-ching beantworteten gemeinsam mit etwa 100 Prominenten und politischen Schwergewichten Telefonanrufe und nahmen Spenden von Zuschauern an. Die öffentliche Resonanz war so überwältigend, dass die Veranstalter das Ereignis, das eigentlich um 23 Uhr 30 enden sollte, bis Mitternacht weiterlaufen ließen.

Bis Ende Mai hatten Bargeldspenden von der Regierung der Republik China, Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen laut Pressemitteilungen vom festlandchinesischen Staatsrat bereits über 780 Millionen RMB (72,2 Millionen Euro) erreicht. Von den fünf umfangreichsten Bargeldspenden multinationaler Unternehmen kamen vier aus Taiwan, nämlich von der Formosa Plastics Group, der Evergreen Group, der Foxconn Technology Group und RT-Mart International Ltd.

Guter Wille zu gutem Handeln

Sobald grünes Licht von den festlandchinesischen Behörden kam, was am 16. Mai erfolgte, schickten Taiwans Rotkreuzgesellschaft und die Stadtverwaltung Taipeh ein Rettungsteam mit einem direkten Charterflug von Taipeh nach Sichuans Hauptstadt Chengdu. Der ehemalige stellvertretende Bürgermeister von Taipeh Ou Chin-der, der schon nach dem verheerenden Erdbeben in Taiwan am 21. September 1999 an Rettungsmaßnahmen und Wiederaufbau beteiligt war, führte eine Gruppe von 22 Spezialisten nach Sichuan. Die Mannschaft war mit Instrumenten zum Feststellen von Lebenszeichen ausgerüstet und half bei den Sucharbeiten.

Der Austausch markierte das erste Mal, dass ausgebildetes Rettungspersonal aus Taiwan an einem Katastrophenhilfe-Einsatz auf dem chinesischen Festland teilnahm. Seit 1949 ist Taiwan nach einem bitteren Bürgerkrieg von China politisch getrennt. Als das taiwanische Team am Katastrophenschauplatz eintraf, war jedoch die "goldene Rettungsfrist" -- also die 72 Stunden nach einem Erdbeben, in denen die größten Aussichten bestehen, Opfer lebend zu finden -- schon seit gut einem Tag verstrichen, und sie fanden keine Überlebenden mehr.

Nach der Rückkehr des Rettungsteams nach Taiwan organisierten Taiwans Rotkreuzgesellschaft und das Gesundheitsamt der Stadtverwaltung Taipeh am 19. Mai eine zweite Mission nach Chengdu. Die 37-köpfige Delegation mit 25 Medizinern und 12 Freiwilligen bot den Verletzten medizinische Behandlung und führte Maßnahmen zur Seuchenverhütung durch. C. V. Chen, Präsident der taiwanischen Rotkreuzgesellschaft, erklärte, sein Amt werde sich wahrscheinlich in den kommenden Jahren laufend mit dem Sichuan-Büro der Rotkreuzgesellschaft beraten, um die Hilfsanstrengungen zu koordinieren. Die Pläne umfassen kurzfristig die Einrichtung von provisorischen Notunterkünften und auch Beistand beim langfristigen Wiederaufbau, alles mit dem Ziel, die von Taiwan angebotenen Ressourcen so effizient wie möglich zu nutzen.

Die Kreisverwaltung Taipeh spendete über die taiwanische buddhistische Organisation Dharma Drum Mountain (DDM) zudem Güter im Wert von über 10 Millionen NT$ (208 330 Euro), unter anderem Schutzkleidung, Gesichtsmasken und Handschuhe sowie Desinfektionsmittel, um dem Rettungspersonal und den Anwohnern bei der Seuchenkontrolle zu helfen.

Mehrere religiöse Organisationen in Taiwan -- darunter die DDM Sozialwohlfahrt- und Wohltätigkeitsstiftung, die buddhistische Stiftung Compassion Relief Tzu Chi Foundation und der buddhistische Verband Buddha's Light International Association (BLIA), ein Laiendienst des Klosters Fo Guang Shan -- haben sich ebenfalls ausgiebig an Katastrophenhilfe beteiligt.

Kurz nachdem das Unglück bekannt wurde, richtete Tzu Chi ein Katastrophenhilfe-Koordinationszentrum in der Hauptgeschäftsstelle der Stiftung im osttaiwanischen Hualien ein. Die erste Lieferung von Hilfsmaterialien umfasste Decken, Artikel des täglichen Bedarfs und Medikamente, und sie wurde von 11 Freiwilligen aus Taiwan und 16 aus Festlandchina begleitet, die zusammen am 14. Mai in Sichuan eintrafen. Anschließend unterteilte Tzu Chi ihre Einsatzkräfte in vier Sektionen: Zubereitung von Nahrung, Trost für Erdbebenopfer, Organisieren von Veranstaltungen für Kinder der Gegend und Erledigung häuslicher Arbeiten. Im Besonderen wandte die Gruppe Aktivitäten wie Singen, Tanzen, Geschichtenerzählen und Zeichnen an, um die jüngeren Erdbebenopfer vom Chaos um sie herum abzulenken und ihnen zu helfen, geistig ein wenig Frieden zurückzugewinnen.

Präsident Ma Ying-jeou (am Telefon links) und seine Frau (rechts) beteiligten sich mit vielen anderen Prominenten an einer Spendenaktion.


Viele Nöte

Bis Juni hatten über 1000 Tzu Chi-Freiwillige Beiträge zur Katastrophenhilfe in der Krisenregion geleistet, und die medizinischen Teams der Gruppe hatten über 3700 Erdbebenopfer betreut. "Katastrophenhilfe ist nicht eindimensional", vergleicht der Freiwillige Chien Shou-hsin, Vizepräsident der Dalin-Niederlassung des Tzu Chi General Hospital im zentraltaiwanischen Landkreis Chiayi. "Es reicht nicht, einfach nur medizinische Pflege, Essen und alltägliche Notwendigkeiten anzubieten. Psychologischer Trost und den Leuten einfach Gesellschaft zu leisten sind gleichfalls wichtige Kräfte, die Erdbebenopfern helfen können, ein traumatisches Erlebnis durchzustehen. Manchmal hilft man ihnen sehr, wenn man sie umarmt oder sich einfach anhört, was sie zu erzählen haben."

Tzu Chi hat Spendenaktionen in 26 Ländern gestartet, um seine Hilfskampagnen zu finanzieren, und arbeitet nun daran, vorgefertigte Bauteile für Unterkünfte und Klassenräume zusammenzusetzen, damit die Überlebenden so schnell wie möglich zu einem normaleren Leben zurückkehren können.

Unmittelbar nach den Berichten über das Erdbeben in Sichuan kündigte Meister Hsing Yun, der Gründer des BLIA, an, die Gruppe werde 10 Millionen RMB (926 000 Euro) für Hilfsarbeiten spenden. Die Organisation richtete außerdem ein Rettungskommandozentrum in Taipeh ein, um die Arbeit ihrer Niederlassungen in Taiwan, Hong Kong und Malaysia zu koordinieren. Die Gruppe stellte ein 39-köpfiges Team zusammen, das am 15. Mai in Chengdu eintraf und Rettungsdienste, medizinische Pflege, Materialien und Unterstützung für die Opfer anbot. Kurz danach wurde ein zweites medizinisches Team mit 600 Kilogramm medizinischer Artikel losgeschickt, um den Kranken und Verletzten zu helfen.

Laut Chueh Pei, Generalsekretärin des BLIA in der Republik China, hat der BLIA nicht nur sechs provisorische Behandlungszentren für die unmittelbaren medizinischen Bedürfnisse der Erdbebenopfer eingerichtet, sondern auch Mitglieder in die vom Erdbeben verwüsteten Gebiete geschickt, um bei der Einschätzung und Planung des Wiederaufbaus zu helfen. Die Gruppe plant, für den Wiederaufbau mindestens 50 Millionen RMB (4,63 Millionen Euro) bereitzustellen.

Ein anderes ernstes Problem besteht darin, Erdbebenopfern dabei zu helfen, ihre geistige Gesundheit wiederherzustellen, so Chueh Pei. Als wahrscheinliche psychologische Probleme von Überlebenden nennt sie Zorn, Depressionen und Selbstmordgedanken. Viele der Überlebenden haben Familienmitglieder und fast ihre gesamte Habe verloren. Um bei der Arbeit zur Bewältigung psychologischer Leiden zu helfen, hat der BLIA Professoren von der Abteilung für Lebens- und Sterbensstudien der Nanhua University im zentraltaiwanischen Chiayi, Psychologen und buddhistische Priester gebeten, Überlebenden in Sichuan psychologische Beratung zukommen zu lassen. Außerdem will die Gruppe 10 000 bis 20 000 Lehrer aus der Erdbebenzone in Pflege der mentalen Gesundheit ausbilden lassen, um den Opfern bei ihren langfristigen Bedürfnissen beizustehen.

Entsprechend meint der DDM-Vizeabt Guo Pin, seine Organisation biete den Erdbebenopfern in Sichuan generell drei Arten von Hilfe. Am Anfang konzentrierte man sich darauf, medizinischen Notdienst für betroffene Anwohner zu leisten und ihnen grundlegende materielle Dinge wie Zelte, Schlafsäcke, verpackte Nahrungsmittel, Trinkwasser in Flaschen und Medikamente bereitzustellen. "Die provisorischen Behandlungszentren, die wir einrichteten, wurden von Verletzten überrannt", erinnert er sich. "Unsere freiwilligen Ärzte behandelten pro Tag 400 bis 500 Patienten, von denen die meisten an Knochenbrüchen und Infektionen von Schnittwunden litten. Als unser erstes Hilfsteam abreiste, standen die Anwohner in Reihen da, um uns zu verabschieden, und sie fragten uns, wann wir wiederkommen würden. Dieses Unglück, wenn man sich die positiven Aspekte anschaut, trägt dazu bei, die Anteilnahme zwischen Chinesen und Taiwanern und auch anderen Völkern zu fördern, und vor allem bringt es wie durch die Beiträge zu Katastrophenhilfe die besseren Seiten der menschlichen Natur zum Vorschein."

Die anderen beiden Missionen von DDM sollen laut Guo Pin beim Wiederaufbau von Behausungen und psychologischer Behandlung helfen, und die Missionen sollen entsprechend den Planungen der Gruppe mindestens über die kommenden drei Jahre laufen. Während noch auf die Formulierung politischer Maßnahmen durch die festlandchinesische Regierung über den Wiederaufbau gewartet wird, hat die Gruppe Ingenieure in die Erdbebenzone entsandt, um dort vorläufige Einschätzungen vorzunehmen.

Die Hilfseinsätze führten zu einem beispiellosen Austausch zwischen den beiden Seiten der Taiwanstraße und förderten die bilateralen Beziehungen. Am 15. Mai organisierte die taiwanische Fluggesellschaft China Airlines einen humanitären Charterflug mit einer Boeing 747, um 110 Tonnen Hilfsgüter, welche von der taiwanischen Öffentlichkeit gespendet worden waren, aufs Festland zu transportieren. Ein festlandchinesisches Frachtflugzeug flog außerdem am 17. Mai von Shanghai zum internationalen Flughafen Taiwan Taoyuan, um Hilfsgüter für Chengdu abzuholen.

Warmes Lob

Taiwans schnelle Antwort und die großzügigen Spenden für die Erdbeben-Hilfsaktion wurden auf dem chinesischen Festland wärmstens gelobt. Für die nach Sichuan geschickte Erdbebenhilfe drückte die halboffizielle Vereinigung für die Beziehungen über die Taiwanstraße (Association for Relations across the Taiwan Straits, ARATS) des chinesischen Festlandes am 15. Mai in einem Schreiben an ihr taiwanisches Pendant, die Stiftung Austausch über die Taiwanstraße (Straits Exchange Foundation, SEF), ihren Dank aus.

Seitdem haben die taiwanische Wochenzeitschrift Business Weekly und die National Taiwan University (NTU) in Taipeh eine Allianz gebildet, die Taiwans Erfahrung beim Wiederaufbau nach Erdbeben nach Sichuan bringen soll. Nach den Worten von Yu Kuo-ting, Präsident von Business Weekly , hat die Insel seit ihrem Erdbeben am 21. September 1999, das eine Stärke von 7,3 hatte und über 2400 Menschen in den Tod riss, Expertise im Bereich Wiederaufbau entwickelt. Das Graduierteninstitut für Bauwesen und Planung der NTU nahm damals nach dem Erdbeben, das rund 80 000 Häuser zerstörte, aktiv an entsprechenden Wiederaufbauprojekten teil. Yu sagt, seine Zeitschrift hat außerdem dabei geholfen, einheimische Unternehmen dazu zu mobilisieren, sich den Anstrengungen zum Wiederaufbau anzuschließen, und so wurde Erfahrung beim Koordinieren von Ressourcen gesammelt. "Wir wollen Taiwans Erfahrung beim Umgang mit den Folgen des Erdbebens von 1999 nutzen, um ähnliche Arbeit auf dem chinesischen Festland zu erleichtern", versichert Yu. "Wir haben die Hoffnung, dass diese Allianz als Forum dienen kann, um die Hilfe zu integrieren, die von Taiwan in Form von Spenden und Fachkenntnis geleistet wurde, damit sie optimal ausgenutzt werden kann." Unterdessen wird erwartet, dass die Allianz sich um Ressourcen von Privatunternehmen und -personen kümmert.

Nach Yus Ansicht ist vor dem Beginn jeglicher Wiederaufbauarbeit umfassende Planung wichtig. Dieser Punkt sollte angesichts der Größe des von den Erdstößen betroffenen Gebietes und des massiven Umfangs des erforderlichen Wiederaufbaus betont werden, meint er. Ende Juni sollte Hsia Chu-joe, Professor am Graduierteninstitut für Bauwesen und Planung der NTU, ein 30-köpfiges Team aus Architekten, Bauingenieuren, Geologen und Fachleuten der Bereiche Umwelttechnik, Landschafts- und Stadtplanung zu einer Bestandsaufnahme nach Sichuan führen. Die Gruppe will nach der Begutachtung so schnell wie möglich einen detaillierten Plan für den Wiederaufbau von Wohnhäusern und Schulen vorstellen. "Die Taiwaner sind sehr enthusiastisch dabei, den Erdbebenopfern auf dem Festland beizustehen", lobt Yu. "Wir wollen ihre Spenden in die richtige Richtung lenken, um damit eine größtmögliche Wirkung zu erzielen."

Konsolidierte Hilfe

Entsprechend versprach auch Premierminister Liu Chao-shiuan, Taiwans Hilfe für Festlandchina zu stärken, indem man dort beim Wiederaufbau hilft. Er hat die Behörden, darunter das Innenministerium, das Gesundheitsministerium und den Rat für Festlandangelegenheiten (Mainland Affairs Council, MAC), angewiesen, eine Reihe von Hilfsplänen auszuarbeiten. Diese sollen provisorische Unterkünfte, medizinische Versorgung, Seuchenverhütung und kontrolle und psychologische Betreuung der Opfer umfassen und von der Nationalen Kommission für Katastrophenverhütung und schutz (National Disasters Prevention and Protection Commission) koordiniert werden.

Die Tzu Chi-Freiwillige Lin Ching-wen, stellvertretende Oberschwester an der Yuli-Nebenstelle des Tzu Chi General Hospital im südtaiwanischen Landkreis Nantou, berichtet, dass sie nach Abschluss der medizinischen Mission in Sichuan zwar nach Taiwan zurückkehrte, die Gedanken an die Erdbebenopfer aber lebendig bleiben. Besonders ein Brief eines jungen Mädchens, den Lin zur Abreise empfing, treibt ihr die Tränen in die Augen. Das Mädchen schrieb: "Liebe Tante Ching-wen, meine Schwester und ich wollen nicht, dass du gehst... Für mich sind Krankenschwestern nun so etwas wie Engel. Du hast mich unter deine Fittiche genommen und mir beigebracht, wieder zu lächeln. Die Liebe, die du mir gegeben hast, wird mich ermutigten, mich den Herausforderungen zu stellen und voranzuschreiten."

In der Tat -- wie Meister Cheng Yen von Tzu Chi sagte, die Katastrophe von Sichuan hat in den Herzen der Menschen Liebe hervorgerufen, und solange es Liebe gibt, gibt es auch noch Hoffnung. Die überströmende Liebe von Menschen aus der ganzen Welt verleiht den Erdbebenopfern in der festlandchinesischen Provinz Sichuan die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

(Deutsch von Tilman Aretz)