TELEKOMMUNIKATION

Taiwan wird mobiler

Taiwans Regierung unterstützt eine ehrgeizige Zielsetzung, bei der Entwicklung modernster drahtloser Breitbandtechnologie die Führung zu übernehmen.

von Zoe CHENG
Fotos: HUANG Chung-hsin

Drahtlose Netze sind bequem, doch in welchem Maß Nutzer auf solche Dienstleistungen umsteigen, hängt auch von den Gebühren für den Zugang ab.


Taipeh besitzt das größte WiFi-System der Welt. Das WiFi-Netz besteht aus über 4000 Zugangspunkten, die über die ganze Stadt verteilt sind und Internetverbindungen für Laptops, PDAs und Handynutzer bieten, die zwischen einem Service-Abo und vorab gezahlten Gebühren wählen können. Ist also WiFi das Modell für drahtlose Kommunikation überall und jederzeit im 21. Jahrhundert? Die Antwort lautet Nein, wenn das ehrgeizige Programm "Mobile Taiwan", das auch "M-Taiwan" genannt wird und vor zwei Jahren von Taiwans Regierung initiiert wurde, Erfolg haben sollte.

Die Regierung hat sich hinter die schnellere WiMAX-Technologie mit ihrer größeren Reichweite, höheren Stabilität und Sicherheit gestellt, was Taiwan im Hinblick auf drahtlose Breitband-Kommunikation an die Spitze der globalen Entwicklung setzen und gleichzeitig die Gewerbe der Informations- und Kommunikationstechnologie (Information Communications Technology, ICT) modernisieren könnte.

In der Tat befindet sich Taiwan in einer guten Position, um ein Vorbild für die Anwendung drahtloser Kommunikation zu sein. Über 60 Prozent der Bevölkerung, also 14,9 Millionen Menschen, sind Internetbenutzer, 5,2 Millionen von ihnen erhalten den Internetzugang durch drahtlose Netze. Drahtlose Geräte wie Handys sind allgegenwärtig, und der Besitz eines Laptop-Computers ist sehr verbreitet. Außerdem ist Taiwan ein weltweit führendes Zentrum bei der Herstellung von ICT-Ausstattung. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss Taiwan jedoch in das Gewerbe für ICT-Anwendungsdienstleistungen expandieren.

Mit Blick auf diese Notwendigkeit startete das Komitee für Nationale Informations- und Kommunikationsinitiative des Regierungskabinetts im Jahre 2005 das Programm "Mobile Taiwan" mit einem Budget von 37 Milliarden NT$ (770,8 Millionen Euro) und dem Ziel, das erste Breitbandnetzumfeld für Anwendungsdienstleistungen der Welt aufzubauen, das drahtlosen Service und Festnetzservice nahtlos miteinander verbindet. Gleichzeitig soll ein Gewerbe entwickelt werden, das jedes Jahr Billionen von NT$ (Dutzende Milliarden von Euro) an Einkünften erzeugen könnte. Das Programm sieht den Löwenanteil seines Etats -- etwa 30 Milliarden NT$ (625 Millionen Euro) -- für die Verlegung von gut 6000 Kilometern Breitbandkabeln vor, um so die Stabilität und Effizienz zu erhöhen. Der Rest des fünfjährigen Haushalts soll für die Entwicklung drahtloser Breitbanddienstleistungen verwendet werden. Die Arbeiten zur Verlegung der Breitbandkabel laufen seit Jahren und sind relativ unkompliziert. Bei der Entwicklung drahtloser Breitband-Dienstleistungen gibt es dagegen mehr Risiken und Unsicherheiten. Es gibt mehrere konkurrierende drahtlose Breitbandoptionen, und die Regierung geht davon aus, dass WiMAX die Technologie sein wird, welche die Benutzer in der ganzen Welt annehmen werden.

WiMAX steht für "Worldwide Interoperability for Microwave Access". Es beruht auf dem Standard IEEE 802.16 und übermittelt Daten mit Geschwindigkeiten von bis zu 75 Megabits pro Sekunde (Mbps). Im Vergleich dazu ist WiFi (Wireless Fidelity) auf der Grundlage des Standards 802.11 in den meisten Netzen auf 11 Mbps beschränkt. Hinsichtlich Einzugsbereich ist WiMAX klarer Favorit: Die Reichweite beträgt je nach Terrain 10 bis 50 Kilometer, erheblich mehr als WiFis Reichweite von 100 Metern. In Taiwan wird WiMAX entwickelt, bevor entsprechende Anlagen und Produkte als Massenware hergestellt werden. Durch Beteiligung am Standardisierungsverfahren in internationalen Organisationen glaubt Taiwan, seine ICT-Wertkettenanalyse stärken zu können.

Maximierung der Einkünfte

Taiwans Begeisterung für WiMAX war bei der Asia-Pacific Conference & Exhibition 2007 Taipei Summit und bei der WiMAX Forum Member Conference erkennbar, die beide im vergangenen Jahr in Taipeh stattfanden. Nach den Worten von Wang Chang-ying, der Direktorin des Programmbüros zur Förderung von M-Taiwan-Anwendungen im Industriellen Entwicklungsamt (Industrial Development Bureau, IDB), war nicht ein einziges taiwanisches Unternehmen bei der Produktion von WiMAX-Kundenzubehörausstattung (Customer Premises Equipment, CPE) beteiligt, als M-Taiwan erstmals vorgeschlagen wurde; CPE sind Geräte wie Telefone oder Modems, welche Abonnenten mit dem Telekommunikationsnetz verbinden. Doch nach dreijährigen Bemühungen sind nun mehrere Dutzend Hersteller an der CPE-Produktion beteiligt. Andere entwickeln Ausstattung für Basis-Stationen, womit taiwanische Firmen gleichfalls Neuland betreten.

Taiwans Marktforschungszentrum Market Intelligence Center (MIC) schätzt, dass das internationale WiMAX-Gewerbe bis zum Jahr 2012 Einkünfte in Höhe von 29,4 Milliarden US$ erzeugen wird. Einkünfte aus der Herstellung von WiMAX-Basisstationen, welche WiMAX-Signale übertragen, sollen rund ein Sechstel der Gesamtsumme ausmachen, also 170 Milliarden NT$ (3,54 Milliarden Euro). Laut MIC könnten Taiwans vereinte Jahreseinkünfte aus der Produktion von CPE und Basisstationen bis zum Jahr 2010 100 Milliarden NT$ (2,08 Milliarden Euro) erreichen. Um dieses Gewerbe zu fördern, subventioniert das Wirtschaftsministerium Firmen durch das M-Taiwan-Programm für das Verlegen von WiMAX-Netzen und die Bereitstellung von drahtlosem Breitbandservice. Unternehmen, die Finanzhilfen in Höhe von bis zu 30 Prozent des erforderlichen Kapitals erhalten, müssen zu einem bestimmten Prozentsatz Ausrüstung verwenden, die im Inland entworfen und hergestellt wurde.

Wang sagt, wenn Taiwan kleine WiMAX-Basisstationen entwickeln könnte, die in der ganzen Welt gekauft werden, dann wären die Gewinne riesig. Er räumt ein, dass viel mehr Telefonapparate als Basisstationen verkauft werden, beharrt aber darauf, die Produktion von Basisstationen erfordere eine anspruchsvollere Technologie und sei daher gewinnträchtiger. Sie fügt hinzu: "Der Einstieg in die Basisstation-Produktion wird dazu beitragen, technologisches Knowhow in Taiwan heranzubilden, was beim Streben nach technologischem Forschritt bei Handys der vierten Generation (4G) gleichfalls hilfreich wäre."

Einheimische Unternehmen, darunter Telekommunikationsbetreiber, Fernsehfirmen und Händler, sind bei Entwicklung im WiMAX-Bereich aktiv beteiligt. Eine Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen wie WiMAX Forum ist ein entscheidender Aspekt des M-Taiwan-Programms. Es entstehen auch Bündnisse zwischen einheimischen und internationalen Größen, etwa zwischen der Chunghwa Telecom (CHT) und LG Nortel Co. Ltd. "Wir machen solche Partnerschaften zu Arrangements, von denen alle Beteiligten profitieren", versichert Wang. Internationale Kooperation ist unabdingbar, wenn man bedenkt, dass Taiwans Markt vergleichsweise klein ist und die Nutzung von WiMAX internationales Roaming umfasst.

Das Terrain vorbereiten

Um ein wertvoller Partner für internationale Firmen zu werden, muss Taiwan etwas zu bieten haben. "Wir fordern bedeutende internationale Größen auf, Feldversuche für WiMAX-Produkte und Dienstleistungen in Taiwan durchzuführen, da Taiwan für solche Tests die optimale Größe und Bevölkerungsdichte besitzt", wirbt Wang. Taiwan wurde vom WiMAX Forum auserkoren, zwei Testlabors von sechs in der ganzen Welt einzurichten, um zu verifizieren, dass die getestete Ausrüstung den Standards entspricht. Dies erhöht Taiwans Bedeutung im Bereich Umsetzung von Standards -- drei WiFi-Zertifizierungslabors befinden sich auf der Insel.

Alle von Händlern hergestellten Netz-Gerätschaften müssen auf Kompatibilität und Interoperabilität getestet werden. Damit das internationale WiMAX-Roaming funktionieren kann, müssen bestimmte Mikrowellenfrequenzen zugewiesen werden. Ein Faktor, der WiMAX in Taiwan zusätzlichen Schwung verlieh, war die Erteilung von Lizenzen für WiMAX-Frequenzspektren Ende Juli 2007. Von acht qualifizierten Bewerbern erhielten sechs Firmen Betriebslizenzen entweder für Nordtaiwan oder Südtaiwan. First International Telecom Corp. (FITEL) ist einer der drei Lizenznehmer in Nordtaiwan. Das Unternehmen bot mehr als alle Konkurrenten: Es verpflichtete sich, der Regierung als Lizenzgebühr 12,89 Prozent seiner jährlichen WiMAX-Betriebseinkünfte zu zahlen.

Durch die Lizenz erhält FITEL das Recht, Abonnenten, die in oder nördlich des Landkreises Miaoli an Taiwans Westküste und des Landkreises Ilan an der Ostküste leben, WiMAX-Dienstleistungen anzubieten. Mit der Erweiterung durch WiMAX will FITEL sich von einem PHS-Betreiber für mobile Dienstleistungen (PHS = Personal Handyphone System) zu einem regulären Telekombetreiber mausern. "Wir haben mehrere Angebote für gemeinsame Investitionen erhalten, seit wir unseren Plan bekanntgaben, das Kapital für geschäftliche Aktivitäten im Bereich WiMAX zu erhöhen", verrät Charlie Wu, geschäftsführender Direktor von FITEL.

Die Firma FITEL, deren Geschäftsbereich sich bislang auf akustischen Telefonservice beschränkte, erlangte eine Lizenz, WiMAX-Dienstleistungen anzubieten.


Lizenz zur Expansion

FITEL ist der einzige PHS-Betreiber in Taiwan. Seinen Kunden gefallen der niedrige Energieverbrauch der PHS-Telefone und die vergleichsweise geringen Kosten für Anrufe im Inland. Das Unternehmen glaubt indes nicht, dass sein Markt mit Millionen von Abonnenten noch viel Wachstumspotenzial besitzt. Aufgrund der Vorteile von WiMAX, darunter eine größere Reichweite und eine höhere Übertragungsgeschwindigkeit, hofft FITEL, gegenüber den traditionellen Handynetz-Betreibern Vorteile zu gewinnen.

"Der beim Verkauf dieser Technologie entscheidende Punkt ist Bequemlichkeit und Mobilität", sinniert Wu. Seiner Meinung nach lässt der Erfolg der Mobiltelefone trotz der höheren Gebühren für Anrufe gegenüber Festnetztelefonen den Schluss zu, dass für viele Verbraucher die Bequemlichkeit als Kaufgrund schwerer wiegt als der Preis.

Wu hat beobachtet, dass zur Zeit viele Haushalte in Taiwan per ADSL oder Kabelmodem ins Internet gehen, um Videos herunterzuladen oder E-Mails zu lesen und zu versenden. Doch wenn diese Dienstleistungen mobil werden, werden nach seiner Einschätzung rund 40 Prozent der ADSL-Kunden auf WiMAX umsteigen. Er glaubt, dass Laptop-Benutzer, von denen es in Nordtaiwan etwa 2 Millionen gibt, in besonders großem Umfang umsatteln werden. "Meine Schätzung übertrifft noch die Umfrage-Ergebnisse von MIC, die besagen, dass rund 35 Prozent der ADSL-Kunden bereit sind, WiMAX auszuprobieren."

Wu hat die Vorteile des WiMAX-Geschäftes gegenüber dem akustischen Telefonservice ausgerechnet. "Sich mit Datendienstleistungen anstelle von Ton zu befassen, ist weniger kapitalintensiv, solange die privaten und kommerziellen Abogebiete abgedeckt sind", sagt er. FITEL wird den Ausbau seines WiMAX-Netzes in weniger kommerzielle Gebiete ausdehnen, sobald WiMAX-fähige Verbrauchergeräte für den Massenvertrieb bereit sind. "Die erforderlichen Kapitalausgaben sind relativ geringer als die Kosten für die Schaffung von 3,5G-Netzen." FITEL will sich indes noch nicht völlig von PHS verabschieden. Wu: "In Zukunft werden wir weiter akustischen Service über PHS und Datenservice über WiMAX bieten."

FITEL hatte das WiFi-Geschäft evaluiert, bevor es sich für WiMAX entschied. Die Firma kam laut Wu zu dem Schluss, dass WiFi-Übertragungen zu leicht unterbrochen werden konnten. "Wir stellten fest, dass Benutzer im Gebäude nebenan noch nicht einmal die Signale empfangen konnten, die von der Basisstation ausgestrahlt wurden, welche wir auf dem Dach unserer Zentrale installiert hatten", erinnert er sich.

Konkurrenz für 3G-Träger

Da Ton- und Datendienstleistungen verschmelzen, wird WiMAX sicherlich Auswirkungen auf vorhandene Träger haben. CHT, das dominierende Unternehmen auf Taiwans Telekom-Markt, ist wegen der möglichen Auswirkungen von WiMAX auf sein 3G-Geschäft besorgt. "Es gibt viele Überschneidungen bei Dienstleistungen, die mit WiMAX und 3G zu tun haben", enthüllt Eric Wang, Kundenmanager in der CHT-Zweigstelle Kaohsiung. Wang weist darauf hin, dass Firmen im 3G-Bereich nach wie vor die Ausgaben für die hohen Gebühren wettzumachen suchen, die sie als Vorabzahlung für ihre Lizenzen entrichteten, aber ihnen steht auch Konkurrenz durch WiMAX ins Haus. Diese Sorgen im Gewerbe kommentiert Wang Chang-ying vom IDB mit dem Hinweis, dass technologischer Fortschritt unvermeidlich ist. Wenn eine Dienstleistung zu geringeren Kosten oder gar gebührenfrei verfügbar wird, werden die Benutzer darauf umsteigen, egal ob es sich um Festnetzservice oder drahtlose Dienstleistungen handelt.

Zwar bemühte sich CHT um eine regionale WiMAX-Lizenz, bot aber weniger als alle anderen Mitbewerber. Dem Vernehmen nach wird sie jedoch ein Gebot für eine der landesweiten Lizenzen einreichen, die von Taiwans Telekommunikations-Regulierungsbehörde, der Nationalen Kommunikationskommission (National Communications Commission, NCC), für das Jahr 2009 geplant sind. Laut Eric Wang von der CHT steht die Frage der Interoperabilität im Mittelpunkt, und er teilt mit: "Wie es läuft, werden wir Ende 2008 sehen." CHT will die Frage sorgfältig prüfen, bevor sie in diesen entstehenden Markt einsteigt.

FITEL geht davon aus, dass Nordtaiwan, das 70 Prozent des Marktes ausmacht, viele Kunden hervorbringen wird. "Nach meiner Einschätzung werden wir nach drei Jahren rund 400 000 WiMAX-Nutzer haben, und FITEL wird binnen vier Jahren schwarze Zahlen schreiben, wenn alles glatt geht", spekuliert Wu. Seiner Ansicht nach wird FITEL, wenn die landesweiten WiMAX-Lizenzen unter den Hammer kommen, schon eine dominante Größe auf dem Markt sein, und dann wird das Unternehmen vorbereitet sein, sich um eine landesweite Lizenz zu bemühen.

Service für das ländliche Taiwan

Es wird erwartet, dass WiMAX und die Festnetze beim Start der drahtlosen Technologie voneinander abhängig sein werden. Eric Wang von der CHT, der den Aufbau von WiMAX per ADSL in entlegenen Ortschaften wie dem Dorf Chuhsing im Landkreis Tainan leitete, hält WiMAX für eine praktische Technologie in der Pampa. Nach seinen Worten ist es viel kosteneffizienter, WiMAX-Basisstationen einzurichten, als in abgelegenen Gebieten Glasfaserkabel zu verlegen. Für ein profitorientiertes Unternehmen macht es wirtschaftlich indes immer noch keinen Sinn, entlegene Dörfer an WiMAX anzuschließen. Charlie Wu von FITEL denkt, diese Art der Verbreitung sollte subventioniert werden, vielleicht durch einen allgemeinen Service-Fonds. Allgemeine Service-Fonds werden zweckgebunden bei Bedarf eingerichtet, um Firmen zu helfen, die Telekommunikationsnetze in abgelegenen Gebieten einrichten, damit sie mit Hilfe von Telekom-Betrieben in städtischen Gebieten, die Gewinn erwirtschaften, ihre Verluste ausgleichen können. Momentan wird die Einrichtung drahtloser Kommunikationsnetze nicht mit solchen Mechanismen finanziert.

Das Dorf Chuhsing ist der Schauplatz eines Pilotprojektes von M-Taiwan, das die digitale Kluft für Landbewohner verkleinern soll. An dem Projekt ist auch das Dorf Chunyang im Landkreis Nantou beteiligt. Abgelegene Dörfer wie diese haben normalerweise Schwierigkeiten, genug pädagogische und medizinische Ressourcen anzulocken. Für sie sind elektronisches Lernen per Breitband und medizinische Versorgung mit Hilfe von IP-Breitband-Videotelefon bereits Wirklichkeit. Das Pilotprojekt eignet sich nicht nur als Modell für andere Gemeinden in Taiwan, sondern auch für ländliche Gemeinden im Ausland. Wang Chang-ying von M-Taiwan meint, dass die Projekte bei den diplomatischen Partnern Taiwans Interesse erregen.

Der Boden für den kommerziellen Start von WiMAX ist vorbereitet. Lizenzen für Frequenzspektren wurden erteilt, und taiwanische Unternehmen entwickeln die Anlagen, welche das Gewerbe vorantreiben werden. Die Betreiber besprechen die knifflige Frage des Roaming in verschiedenen Regionen und Ländern. "Wir verhandeln nun mit Sprint Nextel Corp. über Fragen wie Roaming, einschließlich die Frage, wie die Einkünfte unter den beteiligten Parteien verteilt werden sollten", berichtet Wu. FITEL und andere Betreiber arbeiten bereits mit Stadt- und Landkreisverwaltungen zusammen, um Geräte aus dem WiMAX-Bereich für bestimmte Dienstleistungen zu installieren und zu testen, etwa Überwachung und Fernmedizin. Angesichts dieses Fortschritts und Taiwans Vorteilen als Heimat eines entwickelten ICT-Sektors ist Wu überzeugt, dass Taiwan sich in den kommenden Jahrzehnten ohne weiteres als Weltführer bei der WiMAX-Entwicklung entpuppen könnte.

(Deutsch von Tilman Aretz)




Programmziele von M-Taiwan (2005-2008)

Das Programm M-Taiwan soll Taiwans Breitbandnetz-Landschaft modernisieren und gleichzeitig Gelegenheiten für gewerbliche Entwicklung verbessern. Die Ziele des Programms beziehen gewerbliche, soziale und nationale Dimensionen mit ein.

Gewerblich

Ziel: Durch folgende Maßnahmen geschäftliche Gelegenheiten in den Bereichen Kommunikation, Computer, Kontrolle, Verbraucher und Inhalte schaffen:

· Modernisierung des Gewerbes durch Anreize für Firmen, um Anlagen zu entwickeln, mit denen Privatwohnungen und Büros an WiMAX-Netze angeschlossen werden, und um WiMAX-Basisstationen mit einem angestrebten jährlichen Ausstoßwert von 100 Milliarden NT$ (2,08 Milliarden Euro) bis zum Jahr 2010 zu entwickeln.

· Bereitstellung integrierter Lösungen durch Zusammenarbeit mit internationalen Kommunikationsfirmen und

organisationen.

Sozial

Ziel: Durch folgende Maßnahmen ein inselweites drahtloses Internetumfeld schaffen:

· Drahtlosen Internetzugang mit einem Ziel von 8 Millionen Abonnenten (gegenüber heute 4 Millionen Abonnenten) verbessern.

· Drahtlose Dienstleistungen auf Schulgeländen fördern, indem Möglichkeiten zum Online-Lernen ausgeweitet werden.

National

Ziel: Durch folgende Maßnahmen die IT-Infrastruktur und Dienstleistungen stärken:

· Steigerung der nationalen Wettbewerbsfähigkeit mit dem Ziel, eines der fünf besten Länder für die Entwicklung mobiler Internetanwendungen zu werden.

· Überbrückung der digitalen Kluft zwischen Städten und abgelegenen Gebieten sowie zwischen großen und kleinen bis mittleren Unternehmen.

· Bau von M-Städten, also Städten, in denen 80 Prozent der Einwohner Zugang zu drahtlosen Breitband-Internetdienstleistungen haben.

· Förderung der Wettbewerbsfähigkeit zwischen Telekoms und Schaffung neuer Optionen für Lösungen in entlegenen Gebieten.

Quelle: Mobile Taiwan Applications Promotion Program Office, Wirtschaftsministerium